Roulette

Vielen ist Roulette ein Begriff, doch bis ins Detail kennen wenige das wohl typischste aller Casinospiele. Was hat es mit der Kugel auf sich? Wie kann man erfolgreich setzen? Kann man Roulette auch daheim spielen? Auf all diese Fragen wird im Folgenden eingegangen, wenn es um die Geschichte, seine Regeln und den Kult des Roulettespiels gehen wird.

Von Italien nach Frankreich und dort mit aller Leidenschaft

Das namensgebende „Rädchen“, die „Roulette“, bildet den markanten Bezugspunkt eines jeden Roulettetischs. Die französische Wortherkunft lässt vermuten, dass das Spiel seine Wurzeln im Land des Savoir-vivre hat, doch das stimmt nicht so ganz. Angefangen hat vermutlich alles im galileischen Italien irgendwann im 17. Jahrhundert, als man das schon verbreitete Glücksrad mit einem zusätzlichen Spannungsmoment, der Roulettekugel, kombinierte.

Etwa 100 Jahre mag es gedauert haben, dann kam Roulette schließlich nach Frankreich und entwickelte sich dort zu dem geliebten Spiel heutiger Tage. Etwas Anlauf brauchte es dann noch in Deutschland, aber Mitte des 19. Jahrhunderts war zum Spielbankenboom der klassischen Casinos in Baden-Baden oder Wiesbaden ein Alltag ohne Roulette nunmehr undenkbar. Anders als bei vielen Karten- oder Strategiespielen blieben die Rouletteregeln über viele Jahrzehnte unverändert und so kann man in der modernen Welt von heute in vielen Internetcasinos dem Roulette genauso fröhnen, wie es die ausschweifenden Pariser schon vor 250 Jahren taten.

Was es alles braucht

Heutzutage lässt sich Roulette in staatlich lizenzierten Spielbanken oder online auf verschiedenen Websites spielen. Da sich Roulette im Kern um Geldgewinne und -verluste dreht, wacht der Staat schützend und reglementierend über das Glücksspiel. Das hat zur Folge, dass man nicht einfach zu Hause einen Roulettesaal eröffnen kann. Unter bestimmten Bedingungen wie Unregelmäßigkeit oder wechselnder Besetzung kann Roulette aber auch privat gespielt werden. Benötigt werden neben dem markanten Spieltisch ausreichend viele Jetons und ein Croupier. Dieser gilt als Spielleiter und Schiedsrichter und sorgt für einen reibungslosen Ablauf.

Der Spieltisch bietet Platz für ein halbes Dutzend Spieler oder mehr und ist mit grünem Filz bespannt. Etwa zwei Drittel der Fläche ist mit dem Spielfeld bedruckt, auf dem sämtliche Setzmöglichkeiten ausgewiesen sind und wo die Spieler ihre Jetons platzieren können. Am Kopf des Tisches befindet sich der legendäre Kessel, der im Spielverlauf über Glück und Pech eines jeden Zockers am Tisch entscheidet. Der Kessel ist eine Art rotierende Schüssel, um die herum kleine Fächer mit den möglichen Nummern angeordnet sind. Für die Entscheidung, also die Auslosung der Gewinnnummer, sorgt eine kleine Metallkugel, die sich ihren Weg in eines der Fächer sucht.

Der grobe Spielablauf

Roulette kann von beliebig vielen Spielern synchron erlebt werden. Der Ablauf ist für jeden Spieler identisch, weshalb der Einfachheit halber nur ein einzelner Spieler betrachtet werden soll, der im Prinzip gegen den Croupier als Vertreter der Bank spielt. Vor Spielbeginn kauft sich der Spieler von Casinoangestellten Jetons, die innerhalb der Spielbank als einzige Währung gelten. Online wird ebenfalls eine Einzahlung getätigt und es wird mit virtuellen Chips gespielt. Mit diesen Jetons setzt sich der Spieler an den Roulettetisch und wählt nun seine Felder auf dem Spielfeld aus.

Ziel für ihn ist es, den Lauf der Kugel zu erraten und somit die richtige Nummer oder entsprechende Kombinationen vorherzusagen. Darauf wird später im Detail eingegangen, jetzt soll der Spieler nach Ansage „Faites vos jeux!“ des Croupiers einfach 100 Euro auf die Nummer 10 platzieren. Das bedeutet, dass er die Wette abschließt, dass gleich die 10 im Kessel getroffen werden wird. Der Croupier beendet die Setzrunde mit den Worten „Rien ne va plus!“ und wirft die Kugel in den rotierenden Kessel.

Ist sie gefallen und steht somit die Gewinnzahl fest, vergleicht der Croupier sämtliche Einsätze und zahlt entsprechend aus oder behält den Betrag ein. Hierzu nutzt er einen klassischen Rechen, ein „Rateau“, um den gesamten Tisch bedienen zu können. Im gewählten Beispiel würden die 100 Euro an die Bank gehen, wenn nicht die 10 getroffen wurde. Hatte der Spieler jedoch Glück, so steht ihm laut Regelwerk der 36-fache Setzbetrag, also 3600 Euro zu.

Das sind die häufigsten Wettmöglichkeiten

Das Grundprinzip des Roulettespiels ist leicht zu erlernen, Probleme bereiten vielen aber die unterschiedlichen Felder auf dem Spielfeld. Hierbei ist zu unterscheiden zwischen der beliebteren französischen und der ebenfalls oft anzutreffenden amerikanischen Variante. Der Hauptunterschied liegt darin, dass beim amerikanischen Roulette ein zusätzliches Doppel-Null-Feld gespielt wird, wodurch die Bank deutlich mehr Gewinne erzielt. Beim französischen Roulette geht es um die Zahlen von 1 bis 36, die jeweils zur Hälfte in schwarzer oder roter Farbe auftreten und in Dreier-Querreihen angeordnet sind.

Sämtliche Auszahlungen erfolgen gemäß mathematischer Wahrscheinlichkeiten, sodass Roulette von Haus aus ein Nullsummenspiel ohne Gewinner und Verlierer ist. Um die Veranstaltung für das Casino lohnenswert zu gestalten, wurde daher eine grüne 0 eingeführt, die nur bei direkter Vorhersage zum Gewinn führt und bei den übrigen Kombinationen etwas komplexere Folgen nach sich zieht.

Ein Spieler kann sich in der gleichen Runde auf verschiedenen Feldern platzieren, könnte also theoretisch auch jede Möglichkeit besetzen. Sucht er sich eine der 36 Zahlen aus, dann erhält er im Erfolgsfall ganz simpel 36-mal seinen Einsatz ausbezahlt. Sehr beliebt sind zudem die 50:50-Chancen, von denen Roulette drei verschiedene aufweist: Die Spieler können sich entscheiden zwischen einer roten und schwarzen Zahl, einer ungeraden oder geraden und einer niedrigen oder hohen (1 bis 18 bzw. 19 bis 36). Fachsprachlich steht dann auf dem Spielfeld „Rouge/Noir“, „Impair/Pair“ oder „Manque/Passe“. In dieser Coinflipsituation kann der Spieler seinen Einsatz verdoppeln oder verlieren.

Die Feinheiten des Roulettefelds

Alle anderen Setzmöglichkeiten bestehen aus verschiedenen Kombinationen möglicher Zahlen. Man kann seine Jetons auf die Linien zwischen den Zahlen oder auf eine oder zwei ganze Querreihen setzen und so 2, 3, 4 oder 6 Nummern gleichzeitig spielen. Beim „Cheval“, „Transversale pleine/simple“ oder „Split“ beträgt die Gewinnsumme dann aber entsprechend nur das 18-, 12-, 9- bzw. 6-fache. Bei den „Douzaines“ tippt man auf die Zahlen von 1 bis 12, 13 bis 24 oder 25 bis 36, bei den „Colonnes“ auf eine der drei Spalten des Feldes.

In beiden Fällen deckt man 12 der 36 Möglichkeiten ab und kann auf eine Verdreifachung des Einsatzes hoffen. Wie hier schon auffällt, sind der Kreativität beim Roulette im Grunde keine Grenzen gesetzt. Der Croupier berät hierbei gerne und lässt oft auch nicht auf dem Tisch markierte Spiele zu. Eine dieser Sonderformen sind Kesselspiele, bei denen man auf im Kessel benachbarte Zahlen setzt. Das Grundprinzip bleibt aber immer gleich: Der Spieler positioniert Jetons auf dem Spielfeld, die Kugel ermittelt die Gewinnzahl und der Croupier errechnet die Gewinne und Verluste. Somit ist Roulette ein reines Glücksspiel, das von einem jahrelangen Experten wie von einem Newcomer gleichmaßen beherrscht wird.

Der mathematische Aspekt – Gelddruck-Strategien?!

Viel liest man im Internet über echte Erfolgsseiten, die die perfekte Roulettestrategie für jeden parat haben. Hier kann man allein durch eine einfache Überlegung stutzig werden: Wenn es die perfekte Roulettestrategie gibt, warum gibt es auf der Welt keinen einzigen Rouletteprofi? Dann wäre Roulette eine Methode zum schnellen Gelddrucken und alle würden auf den Bahamas leben. Hier sollte man sich nichts vormachen. Roulette ist ein Glücksspiel und hat keinerlei strategische Elemente.

In der Statistik gibt es das berühmte Gesetz der großen Zahlen. Dieses besagt, dass sich ein Zufallsereignis im Schnitt umso näher am erwarteten Ausgang wiederfindet, je häufiger es vollzogen wurde. Heißt auf das Roulette bezogen: Wird eine Runde gespielt und die Kugel fällt auf die 10, dann bedeutet dies nicht, dass die 10 irgendeine Bevorzugung erfahren würde. Nach 100 Runden, nach 1000, nach umso mehr Runden wird die 10 ansatzweise genauso oft fallen wie die 11, 12 oder 13. In der einzelnen Runde ist es einfach purer Zufall, welche der insgesamt 37 Zahlen nun fällt. Eine qualifizierte Vorhersage ist unmöglich und so sind es dann auch sämtliche „Strategien“ zum Roulettespiel.

Der Bankvorteil und der eigene Gewinn

Das heißt aber bei weitem nicht, dass man nicht Roulette spielen sollte. Man kann es nur nicht in regelmäßiger Gewinnabsicht tun, dessen muss man sich bewusst sein. Welches Casino würde denn Roulette anbieten, wenn es dadurch Geld verliert? Die Bank hat einen klar umrissenen Vorteil, der sich allein durch das Vorhandensein der Null manifestiert. Trifft man seine Zahl, erhält man nicht die mathematisch notwendigen 37 Einsätze, sondern nur 36. Somit beziffert sich der Bankvorteil auf 1/37, also satte 2,7 Prozent, was unter den Casinospielen erstaunlich viel ist und Roulette für die Spielbank zum lukrativsten Angebot werden lässt.

Denn auch hier gilt das Gesetz der großen Zahlen: Alle Spieler zusammengenommen und auch jeder einzelne Spieler, so er nur oft genug spielt, wird mit 2,7 Prozent Verlust seines Einsatzes nach Hause gehen. Je häufiger man also spielt, desto wahrscheinlicher ist ein geringer Verlust. Daher sollte Roulette als Highlight angesehen werden, als der große glanzvolle Abend mit Freunden im Casino.

Roulette macht Spaß und mit etwas Glück lässt sich in kurzer Zeit einiges an Gewinn einstreichen. Darin liegt der Reiz dieses faszinierenden Spiels. Wer sich derart aufgeklärt dem Roulette nähert oder einfach regelmäßig seinem Vergnügen nachgeht und den geringen Verlust als Eintrittspreis betrachtet, der kann gar nicht anders als mit Roulette glücklich zu sein.

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